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Donnerstag, 22. August 2013

KulturTOUR Tag 4: „Kommt, lasst uns unseren Kindern leben!"


Inzwischen ist Donnerstag und für die KulturTOUR „Fröbeltag“. Katinka und ich merken, dass selbst mit großen Zeitpuffern kaum alles zu schaffen ist, was für uns auf dem Programm steht. Heute bekommen wir zu unseren Terminen noch weiteren Besuch. Wir holen unsere Praktikantin Estefania aus Ecuador vom Bahnhof ab. Auf dem Weg zum Rathaus erzähle ich ihr ganz kurz von Friedrich Fröbels Idee der Kindergärten und meine, alles andere wird sie in den folgenden Stunden erfahren.
Der Weg in die „Amtsstube“ des Bürgermeisters führt über einen gläsernen Fußboden, unter welchem sich ein ausgegrabener Brunnen befindet. Der Blick nach unten in die Vergangenheit der Stadt ist interessant, das Bauchgefühl eher komisch. Die Amtsleiterin Frau Jana Eckardt lächelt. Ja, sagt sie, die Kinder aus dem Kindergarten, die uns immer einmal besuchen, laufen auch ganz vorsichtig darüber. Und es geht hinauf zum Besprechungsraum im Zimmer des Bürgermeisters Frank Persicke, der zwar alles gut organisiert hat, aber leider nicht anwesend sein kann. Auch er hat das Recht auf Urlaub. Das hatten wir schon bei der Verabredung zum „Fröbeltag“ besprochen. Aber aus der Ecke grüßt das rote Entchen, mit dem alles angefangen hat.

Dienstberatung unter Aufsicht der roten Ente (links hinten) :-)
In Bad Blankenburg ist man dabei, das Fröbel-Erbe als immaterielles Weltkulturerbe vorzubereiten. Seit diesem Jahr läuft eine Fröbeldekade, es gibt viel Unterstützung in der Region, die zahlreiche Fröbel-Stätten zu bieten hat und Herr Kropp vom Arbeitskreis eröffnet die Beratung. Er ist vorläufig der einzige Mann im Raum, so dass ich ihn scherzhaft mit „Herr Fröbel“ anspreche. Er lässt es zu und nach kurzer Zeit sind wir in lebhafter Unterhaltung, bei der die Leiterin des Kindergartens Frau Bergmann ständig auf die Zeit drängen muss. 



Und sie hat wahrlich gute Gründe, denn im Fröbel-Kindergarten erwartet man uns schon sehnsüchtig. Und dabei soll es nicht um das Erzählen über den berühmten Pädagogen gehen, sondern um das Anschauen der Arbeit und um das Mitmachen. Inzwischen haben wir weiteren Besuch bekommen. Ein kleines Team vom Offenen Kanal Gera wird den Tag begleiten.

v.l.n.r. B. Klaubert, K. Bergmann und H. Hentschel

Und dann wird es richtig anschaulich. Im großen Kreis singen und spielen wir mit den Kindern „Jetzt öffnen wir das Taubenhaus“, (Katinka hat sich kameratechnisch in andere Verantwortung begeben J),wir laufen barfuß über den Sinnenspfad, ich sitze mit den Kindern am Tisch, um frisch geernteten Salbei vom eigenen Beet für den Tee zu zupfen und erfahre von der Aktion der Eltern, die Holzhäuser zum Ballwerfen entwarfen und aufstellten. Die Zeit verrinnt wie im Flug. 

Kleine Dienstberatung :-)
Wir wollen noch bei den ganz Kleinen vorbei, die wir aber nicht während der Mittagsruhe stören wollen und lassen das wunderbare „Kinderhaus“ auf uns wirken. Auf dem Dachboden wohnt die Kindergartenfee. Ich habe sie ganz kurz besuchen dürfen und sie ist mächtig stolz auf den Kindergarten. Besonders glücklich ist sie darüber, dass er nach Friedrich Fröbel auch noch KinderGARTEN heißen darf und nicht den technischen Begriff der KITA führt. Doch wir müssen uns trennen und damit auch von der Leiterin, den Kolleginnen und den Kindern. Fast im Fröbelschen Sinn hinterlassen wir Gaben: Buntstifte für die Kinder und...das rote Entchen.


Wir werfen noch einen Blick in den Fröbelsaal im Rathaus; hier wurde der Beschluss gefasst, den Kindergarten zu gründen und eilen zum Friedrich-Fröbel-Museum.

Birgit Klaubert, die rote Ente und Margitta Rockstein
vor Friedrich Fröbel
Die Leiterin Margitta Rockstein kenne ich schon. Ich war hier, als es um das Überleben des Museums ging und Frau Rockstein hat das in Erinnerung behalten. Und dann zieht sie uns alle in den Bann. Sie ist ausgebildete Kindergärtnerin, Wissenschaftlerin und eben Museumschefin. Als sie die Fröbelschen Gaben präsentiert, werden wir wieder zu Kindern: die regenbogenfarbenen Bälle verfolgen wir mit den Augen, wir öffnen die Hände, um Bälle zu fangen, staunen über die Veränderung der Holzkörper, wenn sie in Rotation versetzt werden und begreifen Fröbelsche Pädagogik. 



Kameramann aus Gera sitzt staunend daneben und erzählt, dass seine Frau Kindergärtnerin sei. An diesem Abend wird es bei ihm zu Hause sicher ein langes Gespräch geben, dessen Inhalt ich mir gut vorstellen kann. Der Gang durch das Haus, die Betrachtung der Exponate, die zum Teil aus aller Welt nach Bad Blankenburg gekommen sind, der Blick in das Magazin mit den Arbeitsheften der Kindergärtnerinnen aus längst vergangenen Zeiten beendet den Besuch. Wir sind mit Eindrücken und Wissen erfüllt, das Kamerateam ist glücklich, dabei gewesen zu sein und unsere Praktikantin aus Ecuador weiß jetzt mehr über Fröbel als mancher deutsche Politiker, der über Bildung und Erziehung zu entscheiden hat.


Ich muss vielleicht noch anfügen: Das rote Entchen sitzt jetzt auch im  Museum und zeugt davon, dass Bildung und Kultur zusammengehören. Wer auch noch die politische Dimension dieser Erkenntnis begreifen will, dem empfehle ich einen Besuch im Fröbel-Museum. Es kann ja nicht alles in diesem Blog verraten werden.









KulturTOUR Tag 3: unterWELLENborn


Als Birgit und ich die diesjährige KulturTOUR planten und sie die kleine 6000 – Seelen – Gemeinde Unterwellenborn ins Spiel brachte, habe ich vermutlich ziemlich tiefe Gräben auf meiner Stirn produziert. Was zum Henker wollen wir denn da?

Wenige Tage später, es war das erste Juli – Wochenende, erspähte ich auf Birgits Facebook – Profil ein Bild einer dunkelhaarigen Dame mit unserer roten Ente und freute mich ob des offensichtlichen Schalks in ihren mir fremden Augen. Wenig später erfuhr ich: die Frau mit Ente und Humor ist Andrea Wende, die Bürgermeisterin von Unterwellenborn. Ach gugge! JDas weckte die Neugier in mir (bei Birgit geht das eindeutig schneller mit der Neugierweckerei) und ich forschte ein wenig nach, was da so in Unterwellenborn interessantes für die KulturTOUR dabei sein könnte und stieß auf einen jüngst gegründeten Verein zur Rettung und Wiederbelebung des Kulturpalastes.

Ein Kulturpalast in Unterwellenborn? Die Antwort ist: JA – und was für einer. Aber damit nicht genug, wie wir bei unserem Besuch im Gemeindeamt am Mittwoch feststellen sollten. Aber von Anfang an ...

Andrea Wende nebst roter Ente (links im Bild *grins*)

Begrüßt wurden wir in fröhlich - vergnügter Runde, was bei einer Verwaltungsebene eigentlich immer schon ankündigt, dass der Termin wirklich schön und gehaltvoll werden wird. So zumindest meine ganz bescheidene Erfahrung in diesem Bereich. Neben der roten Ente und der Bürgermeisterin Andrea Wende nahmen noch einige Amtsleiter am Gespräch teil, darunter auch die Kulturdezernentin, die uns auch mit allerlei informativem Material versorgte.

Während des Gesprächs erfuhren wir wirklich allerhand Wissenswertes und staunten immer wieder über die Selbstverständlichkeit, mit der die Gemeinde für ihre Bürgerinnen und Bürger Geld für die sogenannten freiwilligen Leistungen ausgibt. Durch das ansässige Stahlwerk und die damit verbundenen Gewerbesteuereinnahmen ist Unterwellenborn in einer günstigeren Lage als die meisten anderen Kommunen in Thüringen. Sie ist also Geberkommune, aber das wirklich im doppelten Sinne.

So gab es vor etwa 2 Jahren ziemliches Aufsehen, weil Unterwellenborn entschied, dem Theater Rudolstadt, welches nur wenige Kilometer entfernt liegt, 50 000 Euro zu geben. Freiwillig! Aber so etwas wird in Deutschland, dem Land der Paragrafen und Rechtsverordnungen nicht gern gesehen und so bekam Frau Wende „einen auf den Deckel“, wie man so schön sagt. Aber warum eigentlich? Warum DARF eine Kommune, die es sich leisten kann und vor allem will, nicht einer Kultureinrichtung, von der sie schon aus touristischer Sicht profitiert, Geld geben? Warum darf sie sich nicht am Erhalt beteiligen, gerade in Zeiten, in denen die Theaterfinanzierung immer wieder zur Disposition gestellt wird. Es ist einfach wirklich nicht zu fassen.

Noch dazu, wo es mit den Rudolstädter Symphonikern eine enge Zusammenarbeit gibt, die kreativer eigentlich auch kaum sein könnte. Unterwellenborn hat nämlich ein wirklich sehr schönes, modernes Freibad, in dem in regelmäßigen Abständen die Musikerinnen und Musiker das Theaters Rudolstadt im wahrsten Sinne des Wortes hohe Wellen schlagen. Dieses Freibad, wofür eine Jahreskarte übrigens sehr erschwingliche 25 Euro kostet, wollten wir uns natürlich unbedingt ansehen, zumal vor es dort vor kurzer Zeit leider einen Brand gegeben hatte, bei dem das Wirtschaftsgebäude nicht mehr gerettet werden konnte.

Wo ist hier wohl die Bühne?

Also lud uns die Bürgermeisterin in ihr Auto und nahm uns mit auf eine wahrlich rasante Tour durch ihre schöne Gemeinde, zeigte uns eben jenes musikalisches Freibad, fuhr mit uns zum „Thüringer Meer“ und präsentierte uns den berühmten Kulturpalast, von dem ich eingangs schon sprach.


Hier bekommt man eine Ahnung vom Ausmaß des Palastes
und des Problems. 

Der Kulturpalast ist tatsächlich ein Palast, schon allein von den Ausmaßen her. Dazu kommt, dass man die Schönheit der Fassaden noch immer sehr gut sehen kann, auch wenn er schon viele Jahre nicht mehr genutzt werden kann. Ein Gutachten hat ergeben, dass man 11 Millionen Euro investieren müsste, um überhaupt wieder eine Inbetriebnahme gewährleisten zu können. Wer hat schon 11 Millionen Euro übrig? Der private Eigentümer leider nicht, der sich anfangs sehr um die Immobilie bemüht hatte. Für eine Kommune ist dies natürlich auch nicht zu stemmen. Auch nicht für Unterwellenborn. Leider.

Birgit startete wenig später einen Aufruf bei Facebook:
Wer hat eine Idee?

Ich muss zugeben, ich habe mich ein wenig  in Unterwellenborn verliebt. Und in den Kulturpalast sowieso und deshalb bin ich persönlich sehr froh, dass Birgit diese Station vorgeschlagen hat.

Liebe Grüße,
Katinka Mitteldorf



KulturTOUR trifft Wahlkampf - Tour

Man kann es nicht leugnen: wir sind mitten im Bundestagswahlkampf. Auch DIE LINKE tourt gerade überall durch Thüringen. So gibt es die Wahlkampfsommertour des Landesverbandes und auch jede/r DirektkandidatIn macht natürlich thematische Rundreisen durch den jeweiligen Landkreis. 

Da wir uns heute durch Knut Korschewskys Wahlkreis bewegten und es der Zufall auch wollte, dass Dietmar Bartsch gerade für zwei Tage zu Gast ist, nutzten wir die räumliche Nähe und schauten auch einmal in Saalfeld im K*Star (Brudergasse 10) vorbei.


Knut Korschewsky und Dietmar Bartsch im Gespräch
Viele Menschen waren gekommen, um Knut und Dietmar reden zu hören und auch mit ihnen Fragen zu diskutieren, die sie bewegen. So war das Thema Mindestlohn ganz oben auf der Agenda der anwesenden Bürgerinnen und Bürger, aber es gab auch Diskussionen über den Euro, über Bildung und  darüber, dass nach wie vor manche Ministerien der Bundesregierung in Bonn beheimatet sind und dadurch immense Kosten auflaufen - allein für die Reisekosten zwischen Bonn und Berlin.


Auch Dietmar bekommt ein rotes Entchen.

Nach der wirklich guten Veranstaltung nutzen Birgit und ich die Chance, mit Knut und Dietmar noch ein wenig ins Gespräch zu kommen und NATÜÜÜÜÜRLICH bekam auch unser lieber Dietmar eine rote Ente ... :-)

Ein eingelöstes Versprechen
Und nun können wir auch das Rätsel der "lieben Genossin aus Rudolstadt" lösen, von der wir bereits im letzten KulturTOUR - Post berichteten. Zwar haben wir es heute nun doch nicht nach Rudolstadt geschafft, aber wir trafen sie bei der Veranstaltung in Saalfeld und Birgit und ... BIRGIT (ja, sie sind Namensschwestern) tauschten Geschenke aus. Man sieht ja, dass beide sehr zufrieden sind. :-)

Dadurch wurde es aber heute wieder sehr, sehr spät und deshalb haben Birgit und ich eben entschieden, dass wir den heutigen Tag in Unterwellenborn erst morgen - gemeinsam mit unserem Fröbel - Tag in Bad Blankenburg schriftlich "verarbeiten".

Wir hoffen, die geneigte Leserschaft sieht es uns nach. :-)

Gute Nacht! 

Mittwoch, 21. August 2013

KulturTOUR Tag 2: Der Reiz von Greiz.


Man mag es kaum glauben, das Mitteldorfsche Navi führte uns am Dienstag tatsächlich auf den schnellsten Weg von Zeulenroda nach Greiz und dazu noch auf einen der wenigen Parkplätze, die gebührenfrei sind. An der Bibliothek angekommen, standen die ersten Besucherinnen und Besucher schon vor dem Haus und warteten auf die Öffnung. Katinka und ich ließen es uns nicht nehmen, uns in diese „Schlange“ einzureihen, um mit den erstaunten Worten begrüßt zu werden: „Oh, Sie sind schon da!“ Ja, ich war wieder einmal zu Gast bei Frau Gutmann, der engagierten Bibliotheksleiterin und ihrem Team und wollte diese Bildungs- und Kultureinrichtung unbedingt auch unserem Kandidaten für den Bundestag, Frank Tempel, zeigen.
Beeindruckend ist es schon, wie auch hier auf jedem Quadratzentimeter Bibliotheksarbeit für alle Generationen und Gruppen geleistet wird. Und deutlich wurde bereits, wie gut die Vernetzung von Kulturakteuren in dieser Region funktioniert. Viele kennen sich seit vielen Jahren, unterstützen sich bei den verschiedenen Projekten, bewerben gegenseitig ihre Veranstaltungen und stehen sich mit Rat und Tat zur Seite. Die Bibliothek in dieser Form und an diesem Ort feiert demnächst ihren 20. Geburtstag und natürlich kommen die Gratulanten mit ihren Programmen an die „Geburtstagstafel“. 
Interessant ist auch die Zusammenarbeit mit der Justizvollzugsanstalt Hohenleuben.  Frau Gutmann erklärte uns ihre Zusammenarbeit mit der JVA so: „Vielleicht kommt die Lieben zu den Büchern so in den Köpfen an, dass danach für manchen Blödsinn kein Raum mehr ist.“

Frau Gutmann, ein Hinweis auf den Thüringer Bibliothekspreis,
Frank Tempel und Birgit Klaubert.

Wir redeten auch über Rechtsextremismus und Perspektivlosigkeit bei Jugendlichen, für die die Greizer Bibliothek mit all ihren Kooperationspartnern auch ein Ausweg sein möchte. Frank Tempel brachte seine Erfahrungen aus der Polizeiarbeit ein und wir fachsimpelten darüber, wie Bildung und Kultur diese Gesellschaft tatsächlich verändern können. Die Zeit verflog.

Katinka und ich versuchten dann, ein bisschen Freizeit mit der Suche nach einem Mittagsimbiss unter freiem Himmel zu genießen. Das wiederum war nicht so einfach und ließ mich über die Stadt grollen, von der Katinka ständig sagte: „Das ist aber schön hier.“

Die Zeit des Treffens mit den Freunden vom Greizer Theaterherbst rückte näher. Wir passierten die Brücke über die Weiße Elster, die während des Hochwassers über die Ufer getreten und fast bis zur neuen „Vogtlandhalle“ vorgedrungen war.
Greiz hat eine wunderbare Silhouette und manche Bürgerhäuser am Straßenrand lassen bessere Zeiten ahnen.

An der „Vogtlandhalle“ trafen wir dann auf Maja Brachatscheck, Undine Hohmuth und Christian Tischner vom Vorstand des Vereins „Greizer Theaterherbst“ und bekamen zunächst die Gelegenheit, das neue Haus zu besichtigen. Viel ist in den vergangenen Jahren um den Abriss des alten Theaters und den Neubau diskutiert worden. Bei den LINKEN gab es eher Skepsis ob der Richtigkeit der Entscheidung, diese neue Stadthalle mit über 900 Besucherplätzen zu erreichten.
 Hinter die Kulissen geschaut, eröffnet sich allerdings ein hervorragender Blick auf Arbeitsbedingungen für die Philharmoniker der Vogtlandphilharmonie und zahlreiche Vereine, die im musischen Bereich tätig sind. Auch für die Gäste auf der Bühne präsentiert sich das Haus von seiner besten Seite.
Undine Hohmuth ist seitens der Stadtverwaltung verantwortlich für das Haus und mächtig stolz, denn inzwischen kommen zahlreiche Gäste aus allen umliegenden Bundesländern wegen der Veranstaltungen hier nach Greiz.

Birgit Klaubert und Undine Hohmuth

Der „Greizer Theaterherbst“ hat hier zwei kleine Büroräume und harrt noch auf bessere Bedingungen für den Fundus. Wir durften aber schon einmal einer kleinen Gruppe beim Tanz-Workshop zuschauen. Während des Theaterherbstes steht die Stadthalle auch dafür zur Verfügung. Das Festival beginnt übrigens am 12. September und läuft in diesem Jahr unter dem Motto „Wagt Liebe?!?“.

Der Abend endete auf einer wunderschönen italienischen Terrasse bei individueller Auswertung und zeigte wirklich, dass Greiz einen ganz besonderen Reiz hat.

Ach, und fast hätte ich es vergessen: Die Ente war naürlich immer dabei und hat sich inzwischen zum „Kulturvogel“ entwickelt. Wenn ein Gespräch zu Ende geht, lugt sie vorwitzig aus der Tasche und fühlt sich gleich zu Hause, nun auch in der Greizer Bibliothek, in der „Vogtlandhalle“ und beim Greizer Theaterherbst.  Ich glaube, sie meinte gestern, dass sie schon ein „geheimes Netzwerk“ mit ihren Freunden an anderen Kulturorten Thüringens aufgebaut hat. Wir werden wohl immer mal nach ihr schauen müssen.

Frank Tempel, Birgit Klaubert, die rote Ente und der Greizer Theaterherbst,

Mittlerweile ist es Mittwoch Vormittag und wir sitzen nebeneinander im Schlossberghotel Greiz, was wir liebend gern empfehlen möchten. Gleich geht es nach Rudolstadt, wo wir einer lieben Genossin noch einen Überraschungsbesuch abstatten wollen, den Birgit ihr schon ganz lange versprochen hat. J

Danach fahren wir nach Unterwellenborn und treffen uns mit der Bürgermeisterin Andrea Wende. Bis zum nächsten Blogeintrag kann die geneigte Leserschaft ja einmal googlen, wo Unterwellenborn liegt. ;-)

Liebe Grüße,
Katinka Mitteldorf und Birgit Klaubert

Montag, 19. August 2013

KulturTOUR Tag 1: Die Ente nach dem Wochenende ...

Eine Ente macht noch keine Sommertour, viele Enten wollen eine neue Heimat finden. So ging es heute nach Bad Köstritz in das Heinrich-Schütz-Haus, und das am Museumsschließtag. Das "Musikmuseum" trägt das Museumssiegel und seine rührige Chefin hatte mich (in diesem Fall Birgit Klaubert) schon mehr als zehn Mal eingeladen, um das Haus vorzustellen. Und wie das so ist, das, was fast vor der Haustür liegt, beachtet man oft weniger als das weit Entfernte. Passend zum heutigen Thema hatte ich am vergangenen Freitag schon die Gelegenheit, in meiner Heimatstadt ein Konzert zum 300. Geburtstag des Altenburger Organisten und Komponisten Johann Ludwig Krebs zu genießen und dieses Konzert sollte der Öffner zum Gespräch mit Friederike Böcher sein. Doch in dem Moment als diese Frau ihr Haus für mich und Katinka öffnete, brauchte es keinen "Öffner" mehr. Nach der kurzen Bemerkung: "Jetzt muss ich Sie erst mal knuddeln", waren wir mitten im Gespräch, durchstreiften das Haus vom Konzert-und Veranstaltungsraum im Erdgeschoss bis zur Bibliothek im Dachgeschoss. Jeder Zentimeter zeugt von der rührigen Arbeit des Teams um Friederike Böcher. Was zu machen ist, wird kurzentschlossen angefasst. Und sei es die Arbeit mit den Flötenkinder und den erwachsenen Spielleuten, den Veranstaltungsreihen im Konzertraum, der Ausgestaltung des Hauses und der Gestaltung von Sonderausstellungen.Und nun weiß ich sogar, was der Musiker Heinrich Schütz mit Bier zu tun hat. Katinka und ich sind selbst im Besitz einer ganz besonderen Flasche dieses Getränks und wer es auch wissen möchte...der muss einfach mal in das Museum gehen.

Kultur braucht Raum:
 Im "Heinrich-Schütz-Haus" wird jeder Quadratzentimeter genutzt. 

Zu sehen sind Birgit Klaubert, Friederike Böcher, die rote Ente
 und im Buch Frau Junkermann und Frau Lieberknecht. 

Die Ente weilt nun auch in Bad Köstritz, doch der Weg mit ihr ist immer ein bisschen anders, als man sich das vorstellt. Eigentlich wollte die Ente nach Zeulenroda, wenn da nicht am frühen Morgen ein Anruf aus Gera gekommen wäre, dass der Besuch beim Offenen Kanal, dem einzigen Bürgerfernsehen in ziemlich weitem Umkreis, eine ganz wundervolle Bereicherung der KulturTOUR wäre. Das hatte ich mir zwar auch irgendwann einmal so vorgestellt, die Idee allerdings am Wochenende begraben, weil die Kommunikation nicht zustande gekommen war. Wir sind schließlich alle Medienprofis *grins*. Nun gab es aber den Rückruf und die Ente ließ sich auf das Abenteuer in der Otto-Dix-Stadt an der Weißen Elster ein. Schließlich ist das Wasser ihr Element und für Kultur interessiert sie sich sowieso und sie hatte nun den Plan, ins Fernsehen zu kommen. 

v.l.n.r. Birgit Klaubert, Ute Reinhöfer

Ute Reinhöfer als Chefin des Offenen Kanals empfing uns herzlich, gab uns einen Überblick über die Arbeit in Gera, reichte mir etliche Materialien  und mit Blick auf einen der Prospekte fand ich doch tatsächlich ein Bild mit mir. Na man ist ja nicht eitel, doch schick fand ich das schon. 

Bildungsfernsehen

Nach Besichtigung jedes einzelnen Platzes im Gebäude landeten wir bei der Plastik von Volkmar Kühn am Eingang in dieses offene Medienhaus und die Ente fand ein neues Zuhause. Und...sie kommt ins Fernsehen, denn am Donnerstag haben wir einen Drehtermin vereinbart. Dazu aber später mehr.

Das ist doch schwarz -rot -gold in bester Ausprägung! ;-)

Die Übernachtung war in Zeulenroda geplant, demzufolge kam Katinkas Navi zum Einsatz, um uns von Ostthüringen nach Ostthüringen zu geleiten. Weit ist es eigentlich nicht, doch dieses Gerät fand einen Weg, der samt Umleitungen doch knappe 90 Minuten dauerte und mich zu meiner äußersten Form der Ablehnung brachte: Ich schwieg. Doch nicht nur Ente, sondern auch Ende gut, alles gut. Wir sitzen nach dem Abendessen und einem zünftigen Regenguss, und versuchen, ein paar Eindrücke des Tages einer geneigten Leserschar zu hinterlassen. Schließlich hat Ostthüringen ganz schön viel Kultur zu bieten und wir sind erst am Anfang dieser Reise.

Bis morgen aus Greiz,
Birgit Klaubert

PS: Ich (Katinka) kann dem übrigens heute gar nichts hinzufügen ... :-) Außer vielleicht: Ich durfte heute zwei Orte besuchen, an denen Kultur wirklich bis auf den allerletzten Quadratzentimeter zu finden ist. Und: ich glaube, ich brauche wirklich ein neues Navi. Zum Glück hatte die schweigsame Chefin ein intelligentes Telefon ... sonst wären wir vielleicht jetzt noch in irgendwo im Nirgendwo. :)