Noch immer sind wir mitten in der Nachbereitung der KulturTOUR, die schon wieder unglaubliche 2 Wochen her ist. Dennoch bahnt sich bereits jetzt das nächste Erlebnis an, denn morgen geht es gemeinsam mit Karola Stange und Dirk Möller nach Weimar. Dort wollen wir einen KulturTAG verbingen. Weimar ist dafür ja quasi schon von Hause aus mehr als geeignet, beherbergt es doch reiches kulturelles Erbe und neue kreative Impulse gleichermaßen. Natürlich ist Weimar durch seine Geschichte auch ein Widerspruch in sich, oder wie Birgit immer sehr treffend sagt "janusköpfig".
Ich bin mir sicher, dass wir in der Nachbereitung dieses Tages dazu auch noch einiges sagen werden. Hier kommen aber erstmal unsere Termine für morgen:
10 Uhr treffen wir uns mit DAS Jugendtheater e.V. im Stellwerk Weimar.
12 Uhr haben wir uns mit der Kulturamtsleiterin Julia Miehe verabredet.
13.15 Uhr werden wir mit dem Geschäftsführer des Thüringer Kulturrates, Herrn Jörg Dietrich, ins Gespräch kommen. Die Geschäftsstelle des Verbandes ist gerade nach Weimar gezogen und der Geschäftsführer ist auch "neu" - zwar schon seit 9 Monaten, aber endlich klappt mal ein Zusammentreffen.
14.30 Uhr empfängt uns der Leiter der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Dr. Michael Knoche.
Es wird also wahrlich ein abwechslungsreicher und spannender Tag, bei dem uns übrigens Estefania wieder begleiten wird.
Demnächst mehr ...
Liebe Grüße,
Katinka Mitteldorf
Dr.Birgit Klaubert, MdL und Katja "Katinka" Mitteldorf, MdL bloggen über Skuriles, Schönes, Politisches, Unfassbares sowie Atemberaubendes im KULTURland Thüringen (und darüber hinaus).
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Dienstag, 3. September 2013
KulturTAG in Weimar - Janusköpfige Vorbereitung
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Freitag, 23. August 2013
Fröbel und Ecuador: Gedanken von Estefania
Wir hatten ja gestern berichtet, dass wir in Bad Blankenburg mit unserer lieben Praktikantin Estefania den KulturTOUR - Tag verbracht haben. Daher baten wir sie, uns ihre Eindrücke für diesen Blog einmal mitzuteilen. Gestern Abend kam folgende E - Mail:
| Estefania im Fröbelmuseum |
"Mein Name ist Estefania Alejandra
Cepeda Velasquez, ich komme aus Ecuador und studiere Politik,- und Wirtschaftwissenschaften an der
Martin Luther Universität Halle Wittenberg. Ich absolviere gerade ein Praktikum
im Thüringer Landtag bei der Fraktion DIE LINKE im Bereich Bildungs- und
Kulturpolitik.
Als Vertreterin von Susanne
Hennig war ich heute dem 22.08.2013 gemeinsam mit Birgit und Katinka zu Gast in Bad Blankenburg zur KulturTOUR.
Mein Tag hat im Rathaus Bad Blankenburg angefangen, wo ich meine ersten
Eindrücke über Friedrich Fröbel und sein weltbekanntes Kindergartensystem
gesammelt habe. Danach waren wir im Fröbelkindergarten,
wo wir die praktische Seite seiner
Spiel,- und Beschäftigungsmethode sowie die Erziehungsmethode live erlebt
haben.
Da ich aus meiner Kindheit das
Bild der ErzieherInnen eher als eine Figur der Autorität elebt habe; und den
Kindergarten als einen Platz, an dem ich zur Diziplin erzogen wurde, und nur in
den Pausen und im Sportunterricht Zeit
zum spielen hatte, habe ich im Fröbelkindergarten eine komplett neue Erfahrung gemacht. Die ErzieherInnen
pflegen eine kooperative Kommunikation mit ihren Kindern, sie motivieren und begleiten den Bildungsprozess ihrer kleinen Schützlinge. Es
war mir eine Freude mit den Kinder zu spielen, ihre Umgebung kennen zu lernen
und das erinnerte mich an meine
Kindeheit. Dies weckte den Wunsch in mir meinen Kindern ein ähnliches
Betreungskonzept zu Teil werden zu lassen.
Danach waren wir im Fröbelmuseum in Bad Blankenburg, wo Frau Dr. Rockstein, die
Leiterin des Museums, uns über Fröbels Philosophie; die Relevanz der verschidenen geometrischen Figuren in der frühen Kindheit aufklärte und uns anschaulich machte, wie Kinder mit korrekten und konstanten Kommunikationswegen beim Spielen auch lernen
können.
Fröbel
hat uns ein sehr vielfältiges Konzept der Kindergärten geschenkt und ich bin der Meinung wir sollten alles
dafür tun, dieses Bildungs -und Kultursystem zu fördern."
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Donnerstag, 22. August 2013
KulturTOUR Tag 4: „Kommt, lasst uns unseren Kindern leben!"
Inzwischen ist Donnerstag und für die KulturTOUR
„Fröbeltag“. Katinka und ich merken, dass selbst mit großen Zeitpuffern kaum
alles zu schaffen ist, was für uns auf dem Programm steht. Heute bekommen wir
zu unseren Terminen noch weiteren Besuch. Wir holen unsere Praktikantin
Estefania aus Ecuador vom Bahnhof ab. Auf dem Weg zum Rathaus erzähle ich ihr
ganz kurz von Friedrich Fröbels Idee der Kindergärten und meine, alles andere
wird sie in den folgenden Stunden erfahren.
Der Weg in die „Amtsstube“ des Bürgermeisters führt über
einen gläsernen Fußboden, unter welchem sich ein ausgegrabener Brunnen
befindet. Der Blick nach unten in die Vergangenheit der Stadt ist interessant,
das Bauchgefühl eher komisch. Die Amtsleiterin Frau Jana Eckardt lächelt. Ja,
sagt sie, die Kinder aus dem Kindergarten, die uns immer einmal besuchen,
laufen auch ganz vorsichtig darüber. Und es geht hinauf zum Besprechungsraum im
Zimmer des Bürgermeisters Frank Persicke, der zwar alles gut organisiert hat,
aber leider nicht anwesend sein kann. Auch er hat das Recht auf Urlaub. Das
hatten wir schon bei der Verabredung zum „Fröbeltag“ besprochen. Aber aus der
Ecke grüßt das rote Entchen, mit dem alles angefangen hat.
| Dienstberatung unter Aufsicht der roten Ente (links hinten) :-) |
In Bad Blankenburg ist man dabei, das Fröbel-Erbe als
immaterielles Weltkulturerbe vorzubereiten. Seit diesem Jahr läuft eine
Fröbeldekade, es gibt viel Unterstützung in der Region, die zahlreiche
Fröbel-Stätten zu bieten hat und Herr Kropp vom Arbeitskreis eröffnet die
Beratung. Er ist vorläufig der einzige Mann im Raum, so dass ich ihn scherzhaft
mit „Herr Fröbel“ anspreche. Er lässt es zu und nach kurzer Zeit sind wir in
lebhafter Unterhaltung, bei der die Leiterin des Kindergartens Frau Bergmann
ständig auf die Zeit drängen muss.
Und sie hat wahrlich gute Gründe, denn im
Fröbel-Kindergarten erwartet man uns schon sehnsüchtig. Und dabei soll es nicht
um das Erzählen über den berühmten Pädagogen gehen, sondern um das Anschauen
der Arbeit und um das Mitmachen. Inzwischen haben wir weiteren Besuch bekommen.
Ein kleines Team vom Offenen Kanal Gera wird den Tag begleiten.
| v.l.n.r. B. Klaubert, K. Bergmann und H. Hentschel |
Und dann wird es richtig anschaulich. Im großen Kreis singen
und spielen wir mit den Kindern „Jetzt öffnen wir das Taubenhaus“, (Katinka hat
sich kameratechnisch in andere Verantwortung begeben J),wir laufen barfuß über den
Sinnenspfad, ich sitze mit den Kindern am Tisch, um frisch geernteten Salbei
vom eigenen Beet für den Tee zu zupfen und erfahre von der Aktion der Eltern,
die Holzhäuser zum Ballwerfen entwarfen und aufstellten. Die Zeit verrinnt wie
im Flug.
| Kleine Dienstberatung :-) |
Wir wollen noch bei den ganz Kleinen vorbei, die wir aber nicht
während der Mittagsruhe stören wollen und lassen das wunderbare „Kinderhaus“
auf uns wirken. Auf dem Dachboden wohnt die Kindergartenfee. Ich habe sie ganz
kurz besuchen dürfen und sie ist mächtig stolz auf den Kindergarten. Besonders
glücklich ist sie darüber, dass er nach Friedrich Fröbel auch noch KinderGARTEN
heißen darf und nicht den technischen Begriff der KITA führt. Doch wir müssen
uns trennen und damit auch von der Leiterin, den Kolleginnen und den Kindern.
Fast im Fröbelschen Sinn hinterlassen wir Gaben: Buntstifte für die Kinder
und...das rote Entchen.
Wir werfen noch einen Blick in den Fröbelsaal im Rathaus;
hier wurde der Beschluss gefasst, den Kindergarten zu gründen und eilen zum
Friedrich-Fröbel-Museum.
| Birgit Klaubert, die rote Ente und Margitta Rockstein vor Friedrich Fröbel |
Die Leiterin Margitta Rockstein kenne ich schon. Ich war
hier, als es um das Überleben des Museums ging und Frau Rockstein hat das in
Erinnerung behalten. Und dann zieht sie uns alle in den Bann. Sie ist
ausgebildete Kindergärtnerin, Wissenschaftlerin und eben Museumschefin. Als sie
die Fröbelschen Gaben präsentiert, werden wir wieder zu Kindern: die
regenbogenfarbenen Bälle verfolgen wir mit den Augen, wir öffnen die Hände, um
Bälle zu fangen, staunen über die Veränderung der Holzkörper, wenn sie in
Rotation versetzt werden und begreifen Fröbelsche Pädagogik.
Kameramann aus
Gera sitzt staunend daneben und erzählt, dass seine Frau Kindergärtnerin sei.
An diesem Abend wird es bei ihm zu Hause sicher ein langes Gespräch geben,
dessen Inhalt ich mir gut vorstellen kann. Der Gang durch das Haus, die
Betrachtung der Exponate, die zum Teil aus aller Welt nach Bad Blankenburg
gekommen sind, der Blick in das Magazin mit den Arbeitsheften der Kindergärtnerinnen
aus längst vergangenen Zeiten beendet den Besuch. Wir sind mit Eindrücken und
Wissen erfüllt, das Kamerateam ist glücklich, dabei gewesen zu sein und unsere
Praktikantin aus Ecuador weiß jetzt mehr über Fröbel als mancher deutsche
Politiker, der über Bildung und Erziehung zu entscheiden hat.
Ich muss vielleicht noch anfügen: Das rote Entchen sitzt
jetzt auch im Museum und zeugt davon,
dass Bildung und Kultur zusammengehören. Wer auch noch die politische Dimension
dieser Erkenntnis begreifen will, dem empfehle ich einen Besuch im
Fröbel-Museum. Es kann ja nicht alles in diesem Blog verraten werden.
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